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Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Inhalt, Kosten und Förderung

Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP), was steht drin, was kostet er und wie hilft er bei der Förderung? Ablauf, Nutzen und Grenzen erklärt.

LexikonLena · KI-AutorinAktualisiert am 4 Min. Lesezeit
Energetische Sanierung: Kosten berechnen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein standardisierter Bericht, in dem ein Energieeffizienz-Experte zeigt, wie ein Wohngebäude Schritt für Schritt oder in einem Zug energetisch saniert werden kann.
  • Er entsteht im Rahmen der geförderten Energieberatung für Wohngebäude des BAFA; das Honorar für ein Einfamilienhaus liegt meist bei ca. 1.200 bis 2.500 € vor Förderung.
  • Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, die im iSFP stehen, kann sich der BAFA-Zuschuss erhöhen – die Regeln wurden im Juli 2026 geändert, aktuelle Konditionen vor dem Antrag prüfen.
  • Der iSFP ist keine Pflicht und kein Energieausweis, sondern eine Planungsgrundlage mit Reihenfolge, Kosten und erwarteter Einsparung.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?
  2. Was steht im Sanierungsfahrplan?
  3. iSFP, Modernisierungsplan und Energieausweis – die Unterschiede
  4. Ablauf: So entsteht ein Sanierungsfahrplan
  5. Was kostet ein iSFP?
  6. Förderung und Sanierungsfahrplan
  7. Wann lohnt sich ein Sanierungsfahrplan?
  8. Worauf Sie achten sollten

Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein standardisiertes Beratungsdokument, das für ein bestimmtes Wohngebäude festhält, mit welchen Maßnahmen es energetisch auf einen guten Stand gebracht werden kann – und in welcher Reihenfolge. Erstellt wird er von einem zugelassenen Energieeffizienz-Experten im Rahmen einer Energieberatung vor Ort.

Der iSFP wurde im Auftrag des Bundes als einheitliches Format entwickelt. Jeder Fahrplan ist deshalb ähnlich aufgebaut: Er beschreibt den heutigen Zustand des Hauses, schlägt Maßnahmenpakete vor und zeigt, wie sich Energiebedarf, Kosten und CO₂-Ausstoß nach jedem Schritt verändern. Eine farbige Skala macht sichtbar, wo das Gebäude heute steht und wohin es sich entwickeln kann.

Der Fahrplan kann zwei Wege beschreiben: eine Gesamtsanierung in einem Zug oder eine Schritt-für-Schritt-Sanierung über mehrere Jahre, abgestimmt auf Budget und Lebensdauer der Bauteile.

Was steht im Sanierungsfahrplan?

Ein iSFP besteht in der Regel aus zwei Teilen: einer kurzen, grafisch aufbereiteten Übersicht für Eigentümer („Mein Sanierungsfahrplan“) und einer ausführlicheren Umsetzungshilfe mit technischen Details zu jeder Maßnahme.

  • Ist-Zustand: Bauteile wie Dach, oberste Geschossdecke, Außenwände, Fenster, Kellerdecke und Heizung mit ihrer energetischen Bewertung.
  • Maßnahmenpakete: Welche Bauteile zusammen saniert werden sollten, etwa Fassadendämmung und Fenstertausch, damit Anschlüsse und Wärmebrücken stimmen.
  • Reihenfolge und Zeitpunkt: Was zuerst kommt und was warten kann.
  • Kosten: Geschätzte Investitionskosten je Paket, aufgeteilt in den Anteil, der ohnehin für Instandhaltung anfallen würde, und den energetischen Mehraufwand.
  • Wirkung: Erwarteter Energiebedarf, Energiekosten und CO₂-Emissionen nach jedem Schritt.
  • Hinweise zur Umsetzung: Worauf bei Planung und Ausführung zu achten ist, etwa Luftdichtheit, Lüftung und Feuchteschutz.

iSFP, Modernisierungsplan und Energieausweis – die Unterschiede

DokumentZweckWer erstellt es?
Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)Energetische Sanierung planen, Reihenfolge und Wirkung zeigen, Grundlage für FörderanträgeZugelassener Energieeffizienz-Experte nach einheitlichem Format
ModernisierungsplanAlle anstehenden Maßnahmen bündeln – auch Bad, Küche, Grundriss, ElektrikEigentümer, Architekt oder Planer, keine feste Form
EnergieausweisEnergetische Kennzahl des Gebäudes, Pflicht bei Verkauf und VermietungBerechtigte Aussteller, Bedarfs- oder Verbrauchsausweis

Kurz gesagt: Der iSFP ist der energetische Teil eines Modernisierungsplans in einer anerkannten, standardisierten Form. Der Energieausweis enthält zwar Modernisierungsempfehlungen, beschreibt aber keinen Weg mit Reihenfolge, Kosten und Zwischenschritten.

Ablauf: So entsteht ein Sanierungsfahrplan

  1. Berater finden: Wählen Sie einen Energieeffizienz-Experten, der für die geförderte Energieberatung für Wohngebäude zugelassen ist.
  2. Förderantrag: Der Berater stellt den Antrag auf Förderung der Beratung beim BAFA, bevor er mit der Arbeit beginnt.
  3. Erstgespräch und Unterlagen: Sie besprechen Ziele, Budget und Zeitrahmen und stellen Grundrisse, Baujahr, Verbrauchsabrechnungen und Angaben zu früheren Sanierungen bereit.
  4. Vor-Ort-Termin: Der Berater nimmt das Gebäude auf, prüft Bauteile und Heizungsanlage und ergänzt bei Bedarf Messungen.
  5. Berechnung: Mit einer Software im einheitlichen iSFP-Format entsteht die energetische Bilanz von Ist-Zustand und Maßnahmenpaketen.
  6. Übergabe: Im Abschlussgespräch erläutert der Berater den Fahrplan, die Prioritäten und die Förderwege.

Von der Begehung bis zum fertigen Fahrplan vergehen meist einige Wochen. Rechnen Sie bei der Planung damit, wenn Sie Maßnahmen zu einem bestimmten Termin umsetzen möchten.

Was kostet ein iSFP?

Die Honorare sind frei vereinbar und hängen von Gebäudegröße, Zustand und Aufwand ab. Grobe Richtwerte, regional abweichend:

GebäudeHonorar vor Förderung (ca.)
Ein- oder Zweifamilienhaus1.200 – 2.500 €
Mehrfamilienhaus2.000 – 4.000 € und mehr
Wohnungseigentümergemeinschaft mit Vorstellung in der Versammlungje nach Größe höher

Das BAFA übernimmt einen Teil des Honorars; der Zuschuss wird direkt mit der Rechnung des Beraters verrechnet. Lassen Sie sich vorab schriftlich bestätigen, welche Leistungen enthalten sind. Was die vorgeschlagenen Maßnahmen später ungefähr kosten, können Sie mit dem Rechner für energetische Sanierung vorab abschätzen.

Förderung und Sanierungsfahrplan

Der iSFP hat bei der Förderung zwei Rollen. Erstens wird die Erstellung selbst über die Energieberatung für Wohngebäude des BAFA bezuschusst. Zweitens kann er die Förderung der späteren Maßnahmen verbessern:

  • Gebäudehülle (BAFA): Für Einzelmaßnahmen wie Fassadendämmung, Dachdämmung oder Fenstertausch gibt es 15 % Grundförderung. Steht die Maßnahme im iSFP, kann sich der Zuschuss erhöhen.
  • Heizung (KfW): Für den Heizungstausch gibt es 30 % Grundförderung plus Boni je nach Einkommen und alter Heizung. Der iSFP hilft, die Heizung passend zur späteren Dämmung zu dimensionieren.

Die Regeln der Bundesförderung wurden im Juli 2026 geändert. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen vor dem Antrag und stellen Sie den Antrag immer vor Beginn der Arbeiten. Mehr zu Programmen und Antragsweg finden Sie unter KfW-Förderung.

Wann lohnt sich ein Sanierungsfahrplan?

  • Nach dem Hauskauf: Wer ein älteres Haus kauft, muss nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, früher GEG) innerhalb von zwei Jahren die oberste Geschossdecke oder das Dach dämmen und freiliegende Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen dämmen. Der iSFP ordnet diese Pflichten in einen sinnvollen Gesamtplan ein.
  • Vor größeren Einzelmaßnahmen: Steht ohnehin ein neues Dach, eine neue Fassade oder eine neue Heizung an, zeigt der Fahrplan, was gleich mit erledigt werden sollte.
  • Bei schrittweiser Sanierung: Wer über Jahre saniert, vermeidet mit einem Fahrplan, dass spätere Schritte frühere Arbeiten wieder aufreißen.
  • In der Eigentümergemeinschaft: Ein gemeinsamer Fahrplan erleichtert Beschlüsse und die Planung der Rücklage.

Weniger nötig ist ein iSFP bei Neubauten oder bereits umfassend sanierten Häusern. Auch ersetzt er keine Fachplanung: Für die Ausführung braucht es weiterhin Detailplanung, Angebote und gegebenenfalls eine Baubegleitung.

Worauf Sie achten sollten

  • Unabhängigkeit des Beraters: Wer zugleich Heizungen oder Fenster verkauft, hat ein Eigeninteresse.
  • Realistische Kosten: Die Kostenschätzungen im iSFP sind Richtwerte. Holen Sie vor der Umsetzung konkrete Angebote ein.
  • Reihenfolge ernst nehmen: Eine Heizung, die vor der Dämmung eingebaut wird, ist danach oft zu groß. Der Fahrplan zeigt, wie Sie das vermeiden.
  • Nicht nur Energie: Feuchteschäden, Statik oder Schadstoffe gehören vor jede energetische Maßnahme geklärt – sprechen Sie Auffälligkeiten beim Termin an.
  • Fahrplan aktuell halten: Ändern sich Ziele oder Förderbedingungen, lohnt ein Gespräch mit dem Berater, bevor Sie den nächsten Schritt angehen.
Lena, KI-Autorin bei More at Home

Lena · KI-Autorin

Lena ist die KI-Autorin von More at Home. Sie recherchiert und schreibt die Beiträge im Sanierungslexikon; inhaltlich verantwortet sie die Redaktion von More at Home.

Häufige Fragen zum Sanierungsfahrplan (iSFP)

Ist ein individueller Sanierungsfahrplan Pflicht?

Nein. Der iSFP ist freiwillig. Er kann aber die Förderung von Maßnahmen an der Gebäudehülle verbessern und ist eine gute Grundlage, um Nachrüstpflichten nach einem Eigentümerwechsel sinnvoll umzusetzen.

Wer darf einen iSFP erstellen?

Nur Energieeffizienz-Experten, die für die geförderte Energieberatung für Wohngebäude zugelassen sind. Sie stellen auch den Förderantrag für die Beratung beim BAFA.

Was ist der Unterschied zwischen iSFP und Energieausweis?

Der Energieausweis gibt eine Kennzahl für den Energiebedarf oder -verbrauch an und ist bei Verkauf und Vermietung vorgeschrieben. Der iSFP ist ein ausführlicher Plan mit Maßnahmen, Reihenfolge, Kosten und Wirkung.

Muss ich alle Maßnahmen aus dem Fahrplan umsetzen?

Nein. Sie entscheiden selbst, was Sie wann umsetzen. Der Fahrplan zeigt nur, welche Reihenfolge technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wie lange dauert es, bis der Fahrplan fertig ist?

Meist einige Wochen ab dem Vor-Ort-Termin. Planen Sie diese Zeit ein, wenn Sie Förderanträge zu einem bestimmten Zeitpunkt stellen möchten.

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